Roys Kolumne, 21. Marz 2008
Hallo Fans,
jetzt hat es mich also erwischt. Wie Ihr ja schon mitbekommen habt, habe ich mir letzte Woche beim Nachholspiel in Alkmaar einen Bänderriss im rechten Sprunggelenk zugezogen. Das ist gerade jetzt, wo es in die Endphase der Saison geht, besonders bitter. Ok, ich denke, der Meisterschaftszug ist für uns abgefahren, auch wenn theoretisch noch die Chance auf den Titel besteht. Aber es geht ja noch um mehr als um die Meisterschaft, und wer weiß, vielleicht kann ich ja doch noch helfen, den Pokalsieg oder die Qualifikation für die Champions League zu schaffen.
Es ist übrigens das erste Mal in nun 15 Jahren Profikarriere, dass ich mir so eine Verletzung zugezogen habe. Während der Euro2000 in Belgien und den Niederlanden hatte ich mich auch schon schwerer verletzt, das war allerdings ohne gegnerische Einwirkung geschehen. Diesmal jedoch passierte es im Spiel. Der Ball war schon lange weg, als mich Kemy Augustien am Knöchel erwischt hat. Ich will ihm da keine Absicht unterstellen, aber ganz glücklich war die Aktion auch nicht. Jedenfalls muss ich wohl rund sechs Wochen pausieren.
Nachdem mein Knöchel wieder abgeschwollen ist, war ich Anfang dieser Woche zur Kernspintomographie beim Arzt. Zum Glück ist es „nur“ ein Bänderriss, der Knochen ist von weiteren Verletzungen verschont geblieben. Auch der Erguss im Gelenk hat sich in Grenzen gehalten, so dass ich bereits seit einigen Tagen fleißig mein Reha-Programm durchziehe. Noch laufe ich die meiste Zeit mit Krücken durch die Gegend, aber ich arbeite hart daran, dass es immer weniger wird. Ich kann auch schon einige Minuten auf dem Fahrradergometer trainieren, natürlich mache ich auch spezielles Krafttraining, damit sich die Muskulatur beispielsweise des gesunden Beins nicht zurückbildet.
Wenn alles optimal verläuft, möchte ich gerne zum Beginn der Playoff-Runde Ende April wieder dabei sein. Ein Traum wäre es, das Pokalfinale am 27. April gegen Roda Kerkrade im eigenen Stadion bestreiten zu können. Andererseits will ich auch nichts überstürzen, denn ein zu früher Einstieg würde vielleicht mehr kaputt machen. Mich freut es jedenfalls, dass mein Mannschaftskollege Michael Mols jetzt in die Bresche springt und mich hervorragend vertritt. Das zeigt auch die Klasse dieses Spielers, der die ganze Saison über nicht so viel Spielzeit bekam, sich aber jetzt nahtlos in unser Spiel eingefügt hat.
Natürlich verfolge ich auch hier in Rotterdam noch intensiv das Geschehen beim FC Bayern. Es freut mich sehr, dass die Mannschaft mit einer starken Leistung gegen Wolfsburg das DFB-Pokalfinale erreicht hat. Ich selbst war ja auch zwei Mal in Berlin und konnte am Ende auch den Pott in Händen halten. Das ist für jeden Fußballer ein tolles Erlebnis, das ja auch nicht jeder Spieler erleben kann. Jedenfalls werde ich am 19. April vor dem Fernseher mitfiebern und die Daumen drücken, damit am Ende der FCB zum 14. Mal den Pokal gewinnt.
Bis zum nächsten Mal,
Euer Roy


